So etwas hatte es in dieser Form noch nie gegeben. Vertreter der Vereine Handball SG Greifswald und HSV Usedom unterzeichneten am Freitagabend einen Fusionsvertrag. Künftig wird es eine C-Jugendmannschaft geben, die unter dem Namen SG Vorpommern auf Tore- und Punktejagd gehen wird. "Wir müssen handeln und die Talente in unserer Region halten – mit der Handball SG haben wir einen idealen Partner gefunden", sagte HSV-Vorsitzender Rolf Landau nach der Vertragsunterzeichnung. Der Drittligist von der Insel Usedom unterhält seit Jahren eine gute Beziehung zu den Hansestädtern. Der promovierte Sportwissenschaftler und sportliche Leiter der Handball SG Carsten Mahlitz unterstützt die Usedomer Handballer regelmäßig im Bereich Fitness, Diagnostik und bei Laktat-Messungen. "Es nützt niemandem, wenn wir beim HSV und bei der SG jeweils vier gute Spieler haben", erläuterte Mahlitz. Und weiter: "In erster Linie wollen wir eine schlagkräftigeMannschaft aufbauen, die bis zum Herrenbereich zusammen bleibt, und damit Kompetenzen und Qualitäten bündeln."
Die Vertreter beider Vereine sehen bei der logistischen Entwicklung dieses Pilot-Projektes keinerlei Schwierigkeiten. "Wir haben das alles gut durchdacht und Lösungen gefunden, die beide Seiten zufriedenstellen", erläuterte SG-Jugendwart Torsten Lange. Geplant ist demnach zunächst einmal pro Woche ein gemeinsames Training der neuen SG Vorpommern. An den restlichen Tagen werden die Übungseinheiten separat durch die Usedomer und Greifswalder in heimischen Gefilden durchgeführt. "Wir haben ein Konzept erarbeitet,
das optimal aufeinander abgestimmt ist", zeigte sich Mahlitz optimistisch. Der gemeinsame Trainingstag wird in den Sommermonaten in der Hansestadt abgehalten und im Winter in Ahlbeck. Eine ähnliche Regelung wird es für die Heim-Punktspiele geben. "Diese werden hälftig geteilt", so Lange. "Ich denke, das ist das richtige Signal für alle. Wir wollen etwas bewegen und ich sehe keinerlei negative Aspekte", zeigte sich Landau überzeugt. Besonders imponiert hatden HSV-Vorsitzenden das Abstimmungsergebnis bei der Usedomer Vorstandssitzung. "Die Entscheidung fiel einstimmig, es ist für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation", erklärte Landau. Durch die noch engere Zusammenarbeit sieht Mahlitz auch für die Herrenmannschaft des Usedomer Drittligisten Vorteile: "Greifswald bietet für den HSV gute Perspektiven – an der Universität können potentielle Neuzugänge studieren."Text: Matthias Trenn (c) Ostsee Zeitung
erschienen in der Ostsee Zeitung am 26.03.2012














