HC Vorpommern-Greifswald – Mecklenburger Stiere 24:38 (9:16)
Die Ausgangslage vor dem Duell des Tabellenzwölften gegen den Tabellenzweiten war eindeutig. Der HC Vorpommern-Greifswald empfing mit den Mecklenburger Stieren eines der Topteams der Regionalliga mit mittelfristigen Aufstiegsambitionen. Die Rollenverteilung vor dem Anwurf war damit klar.
Trotzdem zeigte der HC von Beginn an ein verbessertes Auftreten gegenüber den vergangenen Heimpartien. Die Körpersprache passte, die Intensität war hoch und in der Abwehr wurde um jeden Ball gekämpft. In der Anfangsphase erspielten sich die Greifswalder mehrere gute Torchancen und hielten ordentlich dagegen. HC-Trainer Gunnar Jasmann sprach später auf der Pressekonferenz von einem guten Start: „Wir kommen gut ins Spiel, haben Präsenz, belohnen uns vorne aber nicht.“
Gerade diese Phase sollte sich schnell rächen. Bereits in den ersten zehn Minuten ließ der HC fünf klare Möglichkeiten ungenutzt – gegen einen Gegner dieser Qualität ein entscheidender Faktor. Die Gäste nutzten diese Schwächen eiskalt aus und setzten sich früh auf 4:10 (18.) ab. Jasmann brachte es nach der Partie auf den Punkt: „Wenn du in den ersten zehn Minuten fünf klare Chancen liegen lässt, gehen in unserer Situation die Köpfe an – und das zieht sich dann durch.“
Bis zur Pause blieb das Bild ähnlich. Der HC investierte viel, scheiterte jedoch immer wieder am eigenen Abschluss oder an gut aufgelegten Stiere-Torhütern. Mit einem 9:16-Rückstand ging es in die Halbzeitpause.
Auch nach dem Seitenwechsel setzte sich der HC zur Wehr, doch mit zunehmender Spieldauer machte sich die deutlich höhere Kaderqualität der Gäste bemerkbar. Die Mecklenburger hielten ihr Niveau trotz einiger Wechsel konstant hoch und bauten den Vorsprung weiter aus – über 18:28 (47.) bis zum 24:38-Endstand.
Tom Steinberg war mit 8 Treffern erfolgreichster Werfer des Teams und versuchte wie seine Mitspieler alles, um dagegenzuhalten. Positiv zu vermerken: Mit Bastian Ihleburg und Rene Behm kamen zwei A-Jugendliche aus dem HC-Nachwuchs zum Einsatz. Behm erhielt im Tor das Vertrauen und zeigte eine solide Leistung, während sich Kreisläufer Ihleburg mit einem Tor für gute Trainingsleistungen und seine Weiterentwicklung belohnte. Christian Loescher, aus der U23, half im Tor aus und kam zu seinen ersten Regionalligaminuten – vielen Dank an dieser Stelle für die Bereitschaft, auszuhelfen.
Der Endstand fiel am Ende vielleicht etwas zu hoch aus, änderte jedoch nichts an einem verdienten Sieg der Gäste, die sich als Spitzenteam der Regionalliga präsentierten und nahezu jeden Fehler konsequent bestraften. Entsprechend zufrieden zeigte sich Stiere-Trainer Michael Gutsche: „Wir sind mit dem klaren Ziel von zwei Punkten angereist und dem sind wir souverän gerecht geworden. Als in der zweiten Halbzeit auf beiden Seiten viel gewechselt wurde, konnten wir uns Schritt für Schritt weiter absetzen – auch weil wir eine bessere Kaderbreite hatten.“
Gutsche machte im Anschluss zudem deutlich, wohin der Weg seines Teams führen soll. Ziel der Mecklenburger sei es, zeitnah wieder in die 3. Liga aufzusteigen – auch wenn der Weg dorthin anspruchsvoll bleibe. In dieser Saison sehe er zwei stärkere Teams vor den Stieren. Die aktuelle Tabellenposition unterstreicht jedoch, dass die Schweriner diesem Anspruch mittelfristig gerecht werden wollen.
Aus Sicht des HC ordnete Gunnar Jasmann die Niederlage realistisch ein und erkannte die Stärke des Gegners an: „Glückwunsch an Schwerin. Das war eine völlig souveräne Leistung in Abwehr und Angriff. Selbst mit einer Topleistung wäre es heute schwer gewesen, Punkte zu holen.“ Gleichzeitig machte er deutlich, woran sein Team arbeiten muss – vor allem im mentalen Bereich: „Wir geraten schnell in einen Strudel, einzelne Spieler sind mit ihrer eigenen Leistung unzufrieden und laufen kopfschüttelnd zurück. So kommen wir nicht an unser Leistungsoptimum.“
Den Blick nach vorne verlor der HC-Coach dennoch nicht. Mit einem spielfreien Wochenende und zwei Wochen Vorbereitungszeit richtet sich der Fokus bereits auf die nächste Aufgabe: „Im Angriff haben unter anderem Tiefe und Breite gefehlt – diese Dinge sprechen wir klar an und werden wir verbessern. Nun haben wir ein Wochenende spielfrei und zwei Wochen Zeit zur Vorbereitung. Dann kommt ein weiteres Heimspiel gegen Cottbus, in dem wir nichts zu verlieren haben, aber alles reinwerfen werden.“
Trotz der deutlichen Niederlage gegen den Tabellenzweiten bleibt festzuhalten: Der HC Vorpommern-Greifswald zeigte im Vergleich zu den vergangenen Heimauftritten eine gute Reaktion in Einstellung und Intensität – auch wenn sich dies am Ende nicht im Ergebnis widerspiegelte.
Das nächste Heimspiel gegen Drittligaabsteiger LHC Cottbus wird präsentiert von der Steuerberatung Seemann, Kalker & Partner. Rabattierte Online-Tickets sind unter hcvorpommern.de/tickets erhältlich. Die Hansestädter freuen sich auf ein weiteres Topteam der Regionalliga und Spitzenhandball in der Mehrzweckhalle.
Foto: Werner Franke
HC spielte mit: Behm, Loescher (beide im Tor), Strüwing (1 Tor), Werner (3), Jung (2), Ihleburg (1), Steinberg (8), Eichhorn (2), Biederstädt (3/3), Bonin (2), Schlingmann (1), Urbaniak (1), Wessely, Uecker, Felkel.















