Was für ein Abend, was für ein Derby: Der HC Vorpommern-Greifswald hat sich im Vorpommernderby beim HSV Insel Usedom mit 29:27 (15:14) durchgesetzt – und sich damit nach Wochen harter Arbeit endlich belohnt. Vor einer lautstarken Kulisse in der rappelvollen Pommernhalle im Seebad Ahlbeck entwickelte sich von Beginn an ein intensiver Fight.
Beide Teams traten dabei personell geschwächt an: Auf Usedomer fehlten mit Städing, Pawlicki und Moscinski drei wichtige Spieler, doch auch dem HC fehlen seit Monaten vier Rückraumspieler, kurzfristig musste zudem Halbspieler Fiete Strüwing passen.
Kompakte Abwehr, displinierte Angriffe
Rund 70 mitgereiste HC-Fans sorgten gemeinsam mit den Anhängern der Gastgeber für eine stimmungsvolle Derbyatmosphäre –Werbung für den Handball in Vorpommern. „Die Jungs haben sich das heute absolut verdient“, sagte HC-Trainer Gunnar Jasmann nach dem Spiel. „Wir haben seit Wochen hart gearbeitet, mussten viele Ausfälle kompensieren – umso schöner ist es, dass sich die Mannschaft endlich belohnt hat.“ Trotz der Ausgangslage – Tabellenplatz vier für die Gastgeber, Abstiegskampf für den Aufsteiger aus Greifswald – trat der HC von Beginn an selbstbewusst auf. Die Gäste gingen immer wieder in Führung und überzeugten vor allem mit einer kompakten Abwehrleistung.
Die Abwehr um Innenblocker Felkel arbeitete unermüdlich, dahinter erwischten die Torhüter Paul Uhl und später Max Surke einen Sahnetag. Uhl parierte mehrfach stark und hielt seine Mannschaft in entscheidenden Phasen im Spiel. „Wir haben heute in der Abwehr sehr diszipliniert gearbeitet und dahinter überragende Torhüterleistungen gehabt“, lobte Jasmann. „Das war einer der Schlüssel zum Sieg.“ Im Angriff zeigte der HC deutlich mehr Geduld als in den Wochen zuvor. Immer wieder wurden gute Lösungen gefunden – mit Jonas Schlingmann (7 Tore) und Tom Steinberg (6) als treffsicheren Vollstreckern. Zur Halbzeit lag der HC verdient mit 15:14 in Führung.
Derby auf Augenhöhe
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel hochspannend. Die Gastgeber drehten die Partie zwischenzeitlich und gingen mit zwei Toren in Führung. Doch der HC bewahrte die Ruhe – ein Entwicklungsschritt, den Trainer Jasmann in den vergangenen Wochen immer wieder eingefordert hatte.
„Wir sind ruhig geblieben, auch als Usedom das Spiel kurzzeitig dreht“, erklärte der HC-Coach. „Die Mannschaft hat heute gezeigt, dass sie auch in solchen Situationen stabil bleiben kann.“
Surke macht hinten dicht
In der entscheidenden Phase steckte der HC nicht auf. Publikumsliebling Max Surke kam in den letzten zehn Minuten ins Tor und wurde zum entscheidenden Faktor. Mit mehreren starken Paraden „vernagelte“ er seinen Kasten und sicherte seinem Team den knappen Vorsprung. Am Ende stand ein glücklicher, aber verdienter 29:27-Auswärtssieg auf der Anzeigetafel.
Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Jasmann entsprechend erleichtert: „Ich bin einfach überglücklich. Die Jungs haben heute nicht nur kämpferisch überzeugt, sondern auch spielerisch einen großen Schritt gemacht. Wir haben uns heute selbst bewiesen, dass wir auch hier bestehen können.“ Auch Usedoms Trainer Patrick Glende erkannte die Leistung der Gäste nach dem Spiel an:„Am Ende hat Greifswald heute mehr gebissen und die besseren Torhüter gehabt.“
Für den HC könnte dieser Derbyerfolg ein wichtiger Wendepunkt im Abstiegskampf sein. Die Mannschaft zeigte eindrucksvoll, dass sie in die Liga gehört – kämpferisch und spielerisch. Der Abend endete mit ausgelassener Stimmung im Greifswalder Fanblock. Mannschaft und Anhänger feierten gemeinsam einen Sieg, der Hoffnung macht. Und eines war nach diesem intensiven Derby auf beiden Seiten klar: Solche Spiele will man in Vorpommern auch in Zukunft sehen.
Blick nach vorn
Der HC hat nun zunächst ein spielfreies Wochenende, bevor es am Sonntag, 22. März, mit dem nächsten Derby weitergeht. Dann reist der HC Vorpommern-Greifswald zur U23 von HC Empor Rostock. Gegen die junge und spielstarke Rostocker Mannschaft wartet erneut eine anspruchsvolle Aufgabe. Der HC möchte dabei an die starke Leistung aus dem Spiel auf Usedom anknüpfen und auch bei Empor etwas Zählbares im Kampf um den Klassenerhalt mitnehmen. Während die Greifswalder am kommenden Spieltag pausieren, richtet sich der Blick auch auf andere Hallen der Liga. Aus Vorpommerscher Sicht stehen zwei Partien besonders im Fokus: Die SG Uni Greifswald/ Loitz gastiert bei Blau-Weiß 1890 Berlin, während der HSV Insel Usedom bei der TSG Lübbenau 63 antreten muss.
Der HC wird die Spiele aufmerksam verfolgen – und drückt beiden Teams aus Vorpommern fest die Daumen.
HC Vorpommern Greifswald spielte mit:
Surke, Uhl, Wegener – Wessely, Werner (3), Ihleburg, Jung (1), Steinberg (6), Eichhorn (2/1), Biederstädt (4), Felkel (1), Bonin (3/2), Schlingmann (7), Urbaniak (2)















